Die Briefträgergewerkschaft ist eine autonome Berufsorganisation innerhalb der CGFP. Als traditionsreiche und kämpferische Gewerkschaft, die stets voll im Einsatz für die Belange ihrer Mitglieder stand, ist die 1909 gegründete Briefträgergewerkschaft zu Recht stolz auf den langen Weg, den sie hinter sich gebracht hat.
Die Solidarität aller Postangestellten ist besonders wichtig in einem Augenblick, da in der EU-Kommission jene Politiker das Sagen haben, die auf eine Beschleunigung der Deregulierung im P&T-Sektor drängten und nun die vollständige Liberalisierung der Briefpost ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzen.
So wehrt sich die Briefträgergewerkschaft energisch gegen die Zerschlagung des „Service public“ und vertritt damit nicht nur die Interessen ihrer Mitglieder, sondern auch aller Bürger. Denn jeder Bürger hat ein Recht auf einen erschwinglichen und flächendeckenden Universaldienst.
In ihrer gewerkschaftlichen Aktivität hat die Briefträgergewerkschaft es in den zurückliegenden Jahrzehnten als relativ kleine Gewerkschaft stets verstanden, sich auf nationaler wie internationaler Ebene Gehör zu verschaffen.
Die Briefträgergewerkschaft zählt heute nicht mehr nur Briefträger in ihren Reihen, sondern ist dazu übergegangen, auch andere Berufssparten aus dem P&T-Sektor zu vertreten.
Der Anspruch der Briefträger, eine soziale Rolle zu erfüllen, ist zwar dank einer angepassten Ausbildung zum Teil erfüllt worden, jedoch wird die soziale Rolle heute immer mehr wegen des Wettbewerbsdrucks verdrängt.
Durch den Liberalisierungsdruck sind traditionelle Aufgaben und die Arbeitsqualität ebenso bedroht wie die Bürgerpost schlechthin.
Die Briefträger sind in einem Wirtschaftssektor tätig, der von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung der Gesellschaft ist.
Die Post- und Telekom-Dienste spielen in der heutigen Kommunikations-, Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft eine vorrangige Rolle. Sie dürfen nicht durch eine ungehemmte Liberalisierungswut zerstört werden. Denn Liberalisierung bedeutet Arbeitsplatzabbau und führt zu einem Verlust der Identität des Briefträgerberufs.
Dass eine regelrechte Privatisierung der Postdienste in Luxemburg bisher vermieden werden konnte und die Liberalisierung nicht so sehr fortgeschritten ist, als in den Nachbarländern, ist auch das Verdienst der Briefträgergewerkschaft und ihrer Mitglieder.








